Schwangerschaftsdemenz nach Geburt


Denkfähigkeit im Wochenbett verringert
Schwangerschaftsdemenz nach Geburt

Lange wurde angenommen, dass Frauen während der Schwangerschaft übermäßig vergesslich und verwirrt seien. Eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigt jedoch: Die „Schwangerschaftsdemenz“ der Mutter beginnt erst im Wochenbett.

Schwangere fühlen sich weniger aufnahmefähig

Werdende Mütter haben häufig das Gefühl, weniger aufnahmefähig zu sein als vor der Schwangerschaft. Zu dieser sogenannten Schwangerschaftsdemenz scheint es tatsächlich allerdings erst nach der Entbindung zu kommen – nämlich im Wochenbett. Das wird in einer neuen Studie berichtet.

Ein Forschungsteam der Feinberg School of Medicine in Chicago testete 77 Schwangere und 24 Wöchnerinnen auf Lesefähigkeit, Arbeits- und Langzeitgedächtnis, Denkgeschwindigkeit und schlussfolgerndes Denken. Zudem wurde auch die Gesundheitskompetenz der Frauen erhoben, indem die Frauen Nährwerttabellen analysieren mussten. Dadurch sollte festgestellt werden, ob sie klar genug denken, um sich selbst und ihrem Kind gegenüber gesundheitsbewusst zu handeln.

Denkeinbußen bei Wöchnerinnen stärker als bei Schwangeren

Das Ergebnis: Zwar nahm die Denkgeschwindigkeit bei den Frauen mit fortschreitender Schwangerschaft leicht ab, ansonsten zeigten sich aber keine Unterschiede zwischen Frauen am Beginn und am Ende der Schwangerschaft. Dagegen schnitten die Wöchnerinnen im Durchschnitt bei Denkgeschwindigkeit und schlussfolgerndem Denken schlechter ab als die Schwangeren. Die Forscher vermuten, dass dies eine Folge der Erschöpfung infolge der Geburt und des Schlafmangels danach ist. Weitere Faktoren könnten Stimmungsschwankungen und fehlende soziale Unterstützung sein.

Bei der Gesundheitsberatung sollte die möglicherweise verminderte Aufnahmefähigkeit von Wöchnerinnen berücksichtigt werden, um ihnen das Lernen in dieser Phase so leicht wie möglich zu machen und Mutter und Kind nicht unnötig in Gefahr zu bringen.

Quelle: Thieme

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