Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern


Leseleistung im Vergleich
Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern

Kinder mit einer Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) können schlechter lesen als ihre Mitschüler. Doch haben nun erstmals die Lesefähigkeit von Kindern mit unterschiedlich ausgeprägten ADHS-Symptomen untersucht.

Wie entwickeln sich die Symptome von ADHS und die Leseleistung im Zusammenhang zueinander? Dies untersuchten Wissenschaftler des Forschungszentrums “Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk” (IDeA) in Frankfurt am Main. Das Team begleitete rund 2000 Grundschulkinder in Baden-Württemberg von der ersten bis zur vierten Klasse. Das Resultat: „Kinder mit starken ADHS-Symptomen zeigen beim Lesen die gleichen Lernfortschritte wie Kinder mit geringen Anzeichen für die Störung“, resümiert Dr. Jan-Henning Ehm vom DIPF, Erstautor der Studie.

Vergleichbare Lesefähigkeit bei allen Kindern mit ADHS

Im Gegensatz zu anderen Studien ermittelten die Wissenschaftler die Ausprägung von ADHS bei den Schülern jedes Schuljahr neu. „Damit konnten wir dem Umstand Rechnung tragen, dass sich die Ausprägung der ADHS-Anzeichen im Verlauf der Zeit verändert.“ Die Lesefähigkeiten der Schüler erfassten die Wissenschaftler mit standardisierten Tests zum Wort- und Textverständnis. In Fragebögen schätzten die Lehrkräfte jedes Schuljahr die Ausprägung der wichtigsten ADHS-Symptome ein, also Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Die Tests und Analysen wurden nicht nur bei Kindern mit diagnostiziertem ADHS durchgeführt, sondern auch bei deren Mitschülern. Im Vergleich zu den Mitschülern schnitten Kinder mit stark ausgeprägtem ADHS bei den Tests deutlich schlechter ab. Der Abstand zu Kindern mit geringen Störungsanzeichen blieb jedoch gleich. Diese Erkenntnis sieht Dr. Ehm als wichtigen Hinweis für künftige Studien in diesem Bereich.

Interessierte können englischsprachige Erläuterungen zu den Befunden in einem Beitrag in der Fachzeitschrift "Developmental Psychology" nachlesen.

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