Was Bier mit dem Blutzucker macht


Low carb oder alkoholfrei
Was Bier mit dem Blutzucker macht
mauritius images / Westend61 / David Molina Grande

Bier gehört für Diabetiker*innen nicht gerade zu den gesunden Lebensmitteln. Deshalb weichen manche auf Low-carb-Biere oder alkoholfreie Sorten aus. Doch auch diese vermeintlich gesunden Biere können für Menschen mit Diabetes problematisch werden.

Alkohol beeinflusst Blutzucker

Die Deutschen trinken gerne Bier. Das gilt auch für viele Diabetiker*innen. Doch Alkohol beeinflusst den Blutzucker auf mehrere Arten. Einerseits hemmt er in der Leber die Glukosefreisetzung und kann eine Unterzuckerung auslösen. Das kommt vor allem bei den Diabetiker*innen zum Tragen, die blutzuckersenkende Medikamente benötigen. Anderseits haben alkoholische Getränke oft einen hohen Kohlenhydratanteil, wodurch der Blutzucker in die Höhe getrieben wird.

Alkoholfrei, aber viele Kohlenhydrate

Deshalb greifen Menschen mit Diabetes beim Bier gern zu vermeintlich gesünderen Varianten. Eine davon ist alkoholfreies Bier: Tatsächlich entfällt durch den fehlenden Alkohol das Risiko der Unterzuckerung. Allerdings gibt es dabei einen Haken: Alkoholfreie Biere haben oft einen überraschend hohen Zuckeranteil. Je nach Herstellungsverfahren kommen dabei 4 bis 6 g pro 100 ml zusammen, und zwar als Glukose, Fructose oder Maltose.

Um dem alkoholfreien Bier mehr Fülle und Geschmack zu verleihen, wird zudem oft Maltodextrin zugefügt. Das ist zwar weniger süß, hat aber einen hohen glykämischen Index – d.h. es lässt den Blutzucker besonders schnell ansteigen. Neben dem ohnehin hohen Kohlenhydratanteil wird dies zu einem zusätzlichen Problem für Diabetiker*innen.

Kohlenhydratarm, aber alkoholreich

Alkoholfreie Biere sind also offenbar nicht geeignet bei Diabetes. Doch wie sieht es mit den Low-Carb-Bieren aus, den Varianten mit einem geringen Kohlenhydratanteil? Bei deren Herstellung setzen die Brauereien auf eine vollständige Vergärung der Zucker. Dadurch haben die Low-carb-Biere kaum Kohlenhydrate und einen besonders niedrigen glykämischen Index.

Das ist prinzipiell vorteilhaft für Diabetiker*innen. Allerdings hat die vollständige Vergärung auch eine Kehrseite: Die betreffenden Biere sind meist alkoholreicher als klassische Sorten. Der Alkohol wiederum hemmt die Glukosefreisetzung durch die Leber, was, wie schon erwähnt, zu Unterzuckerung führen kann.

Im Grunde sind deshalb beide Biersorten nicht ideal für Menschen mit Diabetes – auch wenn sie häufig als besonders gesund beworben werden. Wer trotzdem nicht auf Biergenuss verzichten möchte, sollte dies nur in Maßen tun – und bei jedem Schluck achtsam sein.

Quelle: Medscape

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